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5 typische Fahrtechnikfehler

Fahrtechnikfehler: Körperschwerpunkt zu weit hinten in der Abfahrt.

Zu viele Finger an der Bremse

An den Kursen beobachten wir regelmässig, dass zu viele Finger am Bremshebel sind. Meistens sind es zwei: Zeigefinger und Mittelfinger. Doch wie viele Finger gehören eigentlich an den Bremshebel?

Optimalerweise ist nur der Zeigefinger am Bremshebel. Bei modernen Scheibenbremsen hast du mit dem Zeigefinger ausreichend Kraft, um die Bremse zu bedienen. Im Mittelfinger hast du sehr viel Kraft. Durch das Umgreifen des Lenkers mit dem Mittelfinger gewinnst du deutlich an Kontrolle und Stabilität.

Zu viele Finger an der Bremse und korrekte Bremshaltung

Wichtig ist, dass du mit dem Zeigefinger in der kleinen Senke kurz vor Ende des Bremshebels greifst. So nutzt du die Hebelwirkung des Bremshebels voll aus und hast eine stabile Position für deinen Finger. Falls nun ein Teil deiner Handfläche nicht mehr auf dem Griff liegt, kannst du die Befestigungsschraube der Bremse am Lenker lösen und den Bremshebel etwas weiter nach innen schieben und anschliessend die Schraube mit dem vorgegebenen Drehmoment anziehen. Genau solche Feinheiten üben wir in unseren Fahrtechnikkursen praktisch mit dir, damit du sie unterwegs automatisch richtig anwendest.

Fuss zu Zehen lastig auf dem Pedal

Eine falsche Fusspositionierung ist einer der häufigsten Fehler, den wir in unseren Kursen sehen, der dich viel Kraft kostet.

Oftmals stehen bei Flat Pedals die Zehen auf dem Pedal. In diesem Fall hast du einen sehr grossen Hebel, der auf die Wade wirkt. Techniken wie das Hinterrad anheben oder der Bunny-Hop funktionieren nicht, da die Kräfte zu gross werden. In selteneren Fällen sind die Füsse schräg auf dem Pedal, oder es wird nicht die volle Breite des Pedals genutzt.

Doch wo genau sollte der Fuss auf dem Pedal stehen? Eine gute Position ist, wenn das Zehengelenk ca. 1 cm über der Pedalachse hervorsteht. So hast du viel Stabilität und bist agil. Diese Position ist deutlich ergonomischer, da der grosse Hebel auf die Wade entfällt und du nicht die ganze Last mit dem Zehengelenk auffangen musst. Genau solche Feinheiten üben wir in unseren Fahrtechnikkursen praktisch mit dir, damit du sie unterwegs automatisch richtig anwendest.

Fuss zu weit vorne auf Pedal platziert und korrekt auf Pedal platzierter Fuss.

Kontrolliere die Position am Anfang mit einem Blick auf das Pedal, nachdem du den Fuss beim Losfahren platziert hast, und justiere bei Bedarf die Position nach.

Um die Zehengelenkachse zu finden, kannst du ein Tape auf deinen Schuh kleben und am linken sowie rechten Rand des Fusses das Gelenk ertasten und mit einem Stift markieren. Die beiden Seiten kannst du nun mit einer Linie verbinden. Den Punkt in der Fussmitte platzierst du nun ca. 1 cm über der Pedalachse.

Rahmen einklemmen

An den Kursen beobachten wir diesen Klassiker regelmässig, wenn sich jemand unsicher fühlt auf dem Trail. Dann kommt die Anspannung und die Knie klemmen den Rahmen in einer X-Bein Stellung ein. In dieser Position bist du blockiert und kannst nur schlecht auf das Gelände reagieren. Ausserdem braucht dies auch unnötig viel Energie.

Links: Mountainbiker klemmt falschwerweise Rahmen mit Knie ein. Rechts: Mountainbiker lässt richtigweise Spiel zwischen Rahmen und Knie.

Du solltest lockerbleiben (klingt so einfach, ist es aber nicht) und den Rahmen frei lassen von Körperkontakt. Der erste Schritt dazu ist die Beine gerade zu lassen, oder ein sanftes O-Bein zu machen. Das Bike muss flexibel sein und sich auf alle Seiten bewegen können. So kannst du agil auf Hindernisse, Kurven und Neigungswechsel reagieren. Springt das Hinterrad leicht nach links oder rechts ist dies völlig ok. Du wirst so deutlich besser runterfahren, als wenn du dich am Rahmen festklammerst und sparst erst noch Energie.

Zu tiefe Position

Diesen Punkt beobachten wir sehr häufig an den Kursen. Die Aktivposition ist eine wichtige Position beim Biken. Sie wird jedoch häufig auch am falschen Ort angewendet: An einfachen stellen am Trail, wo es nicht notwendig ist. Dies kostet viel Energie und lässt dich schneller ermüden. Stell dich fünf Minuten mit stark angewinkelten Beinen hin, wie du auf dem Pedal stehen würdest. Du wirst merken, dass dies sehr anstrengend ist.

Links: Mountainbiker in Aktivposition am falschen und Ort. Rechts: Mountainbiker in korrekter Grundposition.

Mit gestreckten Beinen geht dies sehr locker und du kannst die Position gefühlt ewig halten. Diesen Effekt nutzen wir an einfachen Stellen im Trail ohne Hindernisse. Wir gehen von der Aktivposition mit angewinkelten Beinen und Armen in die Grundposition über und Strecken unsere Beine und Arme um Energie zu sparen und uns zu erholen.

Zu hecklastig

An den Kursen beobachten wir oft, dass der Körperschwerpunkt in Abfahrten und Kurven zu weit hinten ist. Sind die Arme durchgestreckt, bist du der Copilot deines Bikes.

Links: Mountainbiker mit Schwerpunkt zu weit hinten in Abfahrt. Rechts: Mountainbiker mit korrekt platziertem Schwerpunkt

Du solltest der Pilot deines Bikes sein. Das erreichst du, in diesem Fall, indem du den Körperschwerpunkt weiter nach vorne bringst. Der Körperschwerpunkt sollte unter dem Tretlager sein und die Arme sollten immer etwas Winkel haben, damit du Lenken kannst.

Lass dich von Kolleg*innen Fotografieren oder Filmen und zieh vom Bauchnabel eine vertikale Linie runter. Diese sollte auf das Tretlager kommen. So bekommst du ein besseres Gefühl für deine Position.

Bonus: Knie zu weit vorne

Es gibt auch genderspezifische Fehler in der Fahrtechnik. Bei Frauen sehen wir immer wieder, dass beim hinteren Beim das Knie zu stark nach vorne geschoben wird. Das Knie hat dann einen sehr starken Winkel und die Fussspitze zeigt viel zu Steil zum Boden. So kannst du das hintere nicht Pedal richtig kontrollieren. Beim Bremsen drückt es dich asymmetrisch nach vorne, weil das hintere Bein die Kräfte nicht auffangen kann. Dies sorgt dafür, dass du nicht instabil auf dem Bike bist. Das vordere Bein muss das hintere Bein Kompensieren und die anfallenden Kräfte auffangen.

Links: Mountainbiker schiebt das Knie zu weit nach vorne. Rechts: Mountainbiker mit gutem Kniewinkel.

Um dies zu korrigieren, ziehst du das hinter Knie zurück oder senkst die Ferse des hinteren Fusses ab. So wird automatisch der Beinwinkel kleiner und der Fusswinkel flacher. Zur Kontrolle hilft es, wenn dich eine Kollegin nach der Anpassung fotografiert oder filmt.

Fahrtechnik gezielt verbessern

Erkennst du dich bei einem dieser Fahrtechnikfehler wieder? In unseren Mountainbike-Kursen übst du, typische Fehler zu vermeiden und dein Bike sicherer zu kontrollieren. Unsere Guides geben dir direktes Feedback, damit du das Gelernte gleich auf dem Trail umsetzen kannst.