Mountainbiken im Winter

Kälte und Schnee prägen derzeit die Schweiz. Lohnt sich Mountainbiken trotzdem – oder ist es besser, auf andere Sportarten zu wechseln? In diesem Beitrag findest du praktische Tipps zu Kleidung, Fahrweise und Materialpflege für Mountainbike-Touren im Winter.

Das grosse Problem: Kalte Hände und Füsse

Das sind die Klassiker beim Mountainbiken im Winter. Der Grund ist simpel: Der Körper schützt zuerst die lebenswichtigen Organe. Hände und Füsse werden deshalb schlechter durchblutet. Wir bekommen daher an den Extremitäten schneller kalt. Zusätzlich verstärkt der Fahrtwind die Auskühlung. Im Sommer sind wir dankbar für die Abkühlung durch den Fahrtwind. Im Winter sorgt dieser Effekt dann aber dafür, dass wir bei hohen Geschwindigkeiten frieren.

Die richtige Ausrüstung gegen Kälte: Handschuhe, Pedale und Schuhe

Gute Handschuhe und Schuhe sind im Winter ein absolutes Muss, damit deine Ausfahrt zu einem Vergnügen wird. Damit die Hände warm bleiben, sind winddichte Handschuhe (z.B. Windstopper-Material) wichtig. Bei den Pedalen empfehle ich im Winter wärmstens Plattformpedalen (Flat-Pedals) zu verwenden. Diese helfen, besser vom Pedal wegzukommen, wenn das Rad rutscht. Ausserdem gibt es keine Kältebrücke wie bei Klickpedalschuhen im Bereich der Öffnung in der die Metallplatte sitzt. Für warme Füsse sind Winterschuhe oder alternativ Schuhüberzüge empfehlenswert.

Angepasste Routenwahl als Strategie gegen die Kälte

Eine angepasste Routenwahl hilft, die Auskühlung zu reduzieren. Besonders geeignet sind Routen mit einem hohen Singletrail-Anteil in coupiertem Gelände mit kurzen Abfahrten, wie es sie beispielsweise am Horgenberg gibt. Durch den hohen Singletrail-Anteil und die kurzen Abfahrten werden lange Abschnitte mit hohem Tempo und niedriger Intensität vermieden. Diese Methode funktioniert genauso an kalten, schneefreien Tagen im Frühling oder Herbst.

Angepasste Fahrweise beim Biken im Schnee

Mountainbiken im Schnee macht Spass. Durch den rutschigen Untergrund und eisige Stellen ist es jedoch eine Herausforderung für das Gleichgewicht. Deshalb sind vorausschauendes und gefühlvolles Fahren sowie ein niedriger Reifendruck für eine bessere Bodenhaftung besonders wichtig. Ruppiges Lenken und Bremsen gilt es zu vermeiden, da dabei die Räder schnell wegrutschen können und so die Kontrolle verloren geht.

Materialpflege nach der Ausfahrt

Gestreutes Salz macht Wege oftmals pflotschig. Dies mindert die Reifenhaftung und fördert die Rostbildung. Das wiederum führt zu einer beschleunigten Abnutzung des Materials. Daher solltest du das Bike nach jeder Ausfahrt reinigen und die Kette neu schmieren. So bleibt das Salz nicht am Bike haften und es entsteht kein Rost.

Alternativsportarten sorgen für Abwechslung

Alternativsportarten bieten im Winter zahlreiche Vorteile. Sie ermöglichen das Erlernen neuer Bewegungsmuster und somit eine Steigerung der Bewegungsvielfalt. Die Belastung anderer Muskelgruppen hilft ausserdem muskulären Dysbalancen vorzubeugen. Zudem schaffen Alternativsportarten Abwechslung und Spass. Dies hilft, die Freude an der Bewegung sowie die Ausdauer zu erhalten. Alternativsportarten können somit einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit haben. Im Frühling ist dank der Abwechslung die Motivation dann umso grösser, wieder aufs Bike zu steigen.

Langläufer auf der Seiser Alm

Mögliche Alternativsportarten sind beispielsweise Langlaufen und Skitouren. Langlauf ist eine athletische Aktivität, die nicht nur die Ausdauer fördert, sondern auch den gesamten Körper trainiert. Skitouren bieten zudem Landschaftsgenuss und Erlebnisse in der Natur. Persönlich bin ich ein grosser Fan von Alternativsportarten im Winter und mittlerweile in dieser Jahreszeit öfter beim Langlaufen und bei Skitouren anzutreffen als auf dem Mountainbike.

Fazit

Mit der richtigen Kleidung, Ausrüstung und einer durchdachten Routenwahl ist Mountainbiken im Winter gut machbar und kann viel Freude bereiten. Zusammenfassend sind folgende Aspekte wichtig:

  • Winddichte Handschuhe
  • Plattformpedale (empfohlen)
  • Winterschuhe oder Schuhüberzüge
  • Routen mit kurzen Abfahrten und vorzugsweise hohem Singletrail-Anteil
  • Vorausschauende und gefühlvolle Fahrweise
  • Niedriger Reifendruck für bessere Bodenhaftung
  • Bike nach der Ausfahrt reinigen, um Rost vorzubeugen

Alternativsportarten wie Langlaufen oder Skitouren sind eine sinnvolle und empfehlenswerte Abwechslung. Sie dürfen im Winter durchaus häufiger ausgeübt werden als Mountainbiken.